OSS-Auswertung in Fin3000
Wertet relevante EU-Umsätze für das One-Stop-Shop-Verfahren aus. Gedacht für kleine Unternehmen.
Wo das hingehört
Diese Funktion gehört zum Bereich Steuern & Auswertungen — Fin3000. Dort steht, wie sie mit den übrigen Funktionen zusammenspielt.
So arbeitet OSS-Auswertung
Wer aus Deutschland an Privatkunden in anderen EU-Ländern verkauft, meldet diese Umsätze nicht in der normalen Voranmeldung, sondern getrennt nach Bestimmungsland und Steuersatz. Die Zahlen dafür aus Rechnungen und Gutschriften von Hand zusammenzusuchen, ist die eigentliche Arbeit an einer OSS-Meldung. Die OSS-Auswertung in Fin3000 baut diese Aufstellung aus den finalisierten Verkaufsbelegen eines Zeitraums.
Schritt für Schritt
- Firma und Zeitraum wählen. Die Oberfläche schlägt das laufende Kalendervierteljahr vor.
- Fin3000 liest alle finalisierten Rechnungen und Gutschriften des Zeitraums; Gutschriften gehen negativ ein.
- Je Position wird das Bestimmungsland ermittelt — aus einer expliziten Angabe am Beleg, sonst aus Liefer- oder Rechnungsadresse. Positionen mit Land Deutschland bleiben außen vor.
- Die Zeilen werden nach Land und Steuersatz gruppiert; je Gruppe stehen Netto, Steuer und Brutto, dazu die Summen und die Zahl der Zeilen.
- Die Auswertung wird mit Zeitraum, Zeilen, Summen und erzeugtem XML gespeichert und bleibt für einen späteren Vergleich abrufbar.
Fin3000 wertet die EU-Regelung des One-Stop-Shop aus (§ 18j UStG). Die Zuordnung folgt einer festen Rangfolge: Ein am Beleg oder an der einzelnen Position hinterlegtes Bestimmungsland schlägt die Adresse, und die Lieferadresse schlägt die Rechnungsadresse. Dasselbe gilt für den Steuersatz — eine an der Position hinterlegte Angabe geht vor dem regulären Satz der Position.
Belege an Kunden mit hinterlegter USt-IdNr. bleiben unberücksichtigt, weil sie im Regelfall nicht in dieses Verfahren gehören; für Einzelfälle lässt sich das am Beleg ausdrücklich übersteuern. Enthält ein Zeitraum keine passenden Zeilen, wird das als Nullmeldung ausgewiesen statt als leere Datei. Je Firma, Verfahren und Zeitraum existiert genau eine Auswertung; ein erneuter Lauf überschreibt sie, sodass keine zwei Fassungen desselben Quartals nebeneinander stehen.
Was die Funktion nicht tut
Die OSS-Auswertung liest ausschließlich Verkaufsbelege, keine Buchungssätze. Was nicht als finalisierte Rechnung oder Gutschrift vorliegt, taucht nicht auf. Ausgewertet wird allein die EU-Regelung; das Einfuhrverfahren und die Nicht-EU-Regelung sind nicht abgebildet. Lieferschwellen werden nicht überwacht.
Positionen ohne ermittelbares Bestimmungsland fallen ohne Hinweis aus der Aufstellung — fehlende Länderangaben an Adressen sollten also vor dem Lauf geprüft werden. Die eingebaute Prüfung beschränkt sich darauf, ob die Firma eine USt-IdNr. und der Lauf einen Zeitraum hat; sie beurteilt nicht, ob ein Land oder ein Steuersatz sachlich richtig ist.
Dieser Text beschreibt die Funktionsweise der Software und ist keine Steuerberatung im Sinne von § 2 StBerG.
Häufige Fragen
Warum fehlt eine Rechnung in der Auswertung?
Drei Ursachen kommen in Frage: Der Beleg ist noch nicht finalisiert, der Kunde hat eine USt-IdNr. hinterlegt, oder die Position hat kein Bestimmungsland außerhalb Deutschlands.
Was passiert bei einem Quartal ohne solche Umsätze?
Die Auswertung wird trotzdem erzeugt, enthält null Zeilen und ist als Nullmeldung gekennzeichnet.
Ersetzt die Auswertung die steuerliche Beurteilung?
Nein. Sie stellt Zahlen aus den vorhandenen Belegen zusammen und prüft weder die Zuordnung zum Verfahren noch die Höhe der Sätze je Land.
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