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Steuerliche Grundlagen für Selbstständige

EÜR, Umsatzsteuer, Vorauszahlungen, Abgabefristen — als Selbstständiger jonglierst du all das nebenbei. Hier bekommst du einen Überblick über die wichtigsten steuerlichen Pflichten für Freiberufler und Gewerbetreibende. Allgemeine Information, keine Beratung.

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typische Steuerarten (ESt, USt, GewSt, Soli)
8 J.
Aufbewahrung Rechnungen und Belege
31. Juli
Abgabefrist ohne Berater

Welche Steuern betreffen Selbstständige?

Einkommensteuer

Selbstständige zahlen Einkommensteuer auf ihren Gewinn (§ 2 EStG). Der Gewinn wird bei den meisten Freiberuflern und Kleingewerbetreibenden per Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) nach § 4 Abs. 3 EStG ermittelt. Der Steuersatz ist progressiv — er steigt mit dem zu versteuernden Einkommen von 0 % (Grundfreibetrag 2026: 12.348 Euro; 2025: 12.096 Euro, § 32a EStG) bis maximal 45 %.

Umsatzsteuer

Wer nicht unter die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) fällt, ist umsatzsteuerpflichtig und muss regelmäßig eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt einreichen (§ 18 UStG). Der reguläre Steuersatz beträgt 19 %, der ermäßigte 7 % (§ 12 UStG). Im Gegenzug darfst du die auf Einkäufe gezahlte Vorsteuer abziehen (§ 15 UStG).

Gewerbesteuer

Gewerbetreibende zahlen zusätzlich Gewerbesteuer (§ 2 GewStG). Die Höhe hängt vom Hebesatz der Gemeinde ab. Freiberufler nach § 18 EStG — z. B. Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, Journalisten — sind davon ausgenommen. Einzelunternehmer erhalten einen Freibetrag von 24.500 Euro (§ 11 Abs. 1 Nr. 1 GewStG).

Solidaritätszuschlag

Seit 2021 entfällt der Solidaritätszuschlag bei der Einkommensteuer für den überwiegenden Teil der Steuerpflichtigen. Die Freigrenze bei der Bemessungsgrundlage beträgt bei Einzelveranlagung 40.700 Euro für 2026 (2025: 39.900 Euro), bei Zusammenveranlagung das Doppelte; darüber greift zunächst die Milderungszone. Für Kapitalgesellschaften und für abgeltend besteuerte Kapitalerträge gilt die Freigrenze nicht.

Fristen und Vorauszahlungen

Steuervorauszahlungen

Das Finanzamt setzt auf Basis deines letzten Bescheids vierteljährliche Vorauszahlungen fest (§ 37 EStG). Die Termine: 10. März, 10. Juni, 10. September, 10. Dezember. Du kannst eine Anpassung beantragen, wenn dein Einkommen deutlich schwankt.

Abgabefristen Steuererklärung

Ohne Steuerberater: 31. Juli des Folgejahres. Mit Steuerberater: Ende Februar des übernächsten Jahres. Für das Steuerjahr 2025 also der 31. Juli 2026 bzw. — weil der 28. Februar 2027 auf einen Sonntag fällt — der 1. März 2027 (§ 108 Abs. 3 AO).

Umsatzsteuervoranmeldung

Monatlich oder vierteljährlich, je nach Vorjahres-Zahllast (§ 18 Abs. 2 UStG). Abgabe bis zum 10. des Folgemonats — mit Dauerfristverlängerung (§ 46 UStDV) ein Monat mehr.

Aufbewahrungspflichten

Belege und Geschäftsunterlagen müssen gemäß § 147 AO aufbewahrt werden:

  • 8 Jahre: Rechnungen und Buchungsbelege (§ 147 Abs. 3 S. 1 AO, § 14b Abs. 1 UStG — seit 2025, vorher 10 Jahre)
  • 10 Jahre: Bücher, Inventare, Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanz und Organisationsunterlagen (§ 147 Abs. 1 Nr. 1, 4 AO)
  • 6 Jahre: empfangene und abgesandte Handels- oder Geschäftsbriefe sowie sonstige steuerlich relevante Unterlagen nach § 147 Abs. 1 AO

Der Fristbeginn richtet sich nach der Unterlagenart und liegt grundsätzlich am Ende des jeweils maßgeblichen Kalenderjahres (§ 147 Abs. 4 AO).

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche Beratung im Sinne des § 2 StBerG dar. Für individuelle steuerliche Fragen wende dich bitte an einen zugelassenen Steuerberater.

Muss ich als Selbstständiger eine Steuererklärung abgeben?

Ja. Selbstständige sind grundsätzlich zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet (§ 25 Abs. 3 EStG). Die Anlage S (Freiberufler) oder Anlage G (Gewerbetreibende) gehört dazu.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche Beratung im Sinne des § 2 StBerG dar. Für individuelle steuerliche Fragen wende dich bitte an einen zugelassenen Steuerberater.

Wann lohnt sich ein Steuerberater?

Ein Steuerberater kann sich lohnen, wenn deine steuerliche Situation komplex wird — etwa bei gemischter Nutzung von Arbeitszimmer oder Fahrzeug, bei Investitionen oder bei Unsicherheit über Absetzbarkeit. Zudem verlängert sich die Abgabefrist deutlich.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche Beratung im Sinne des § 2 StBerG dar. Für individuelle steuerliche Fragen wende dich bitte an einen zugelassenen Steuerberater.

Was passiert, wenn ich eine Frist verpasse?

Das Finanzamt kann einen Verspätungszuschlag festsetzen. Bei Umsatzsteuer-Voranmeldungen entscheidet es dabei nach Ermessen und berücksichtigt Dauer und Häufigkeit der Verspätung sowie die Höhe der Steuer (§ 152 Abs. 1, Abs. 8 AO); die feste Berechnung nach § 152 Abs. 5 AO gilt hier nicht. Die Obergrenze liegt bei 25.000 Euro (§ 152 Abs. 10 AO). Davon zu trennen ist der Säumniszuschlag: Der entsteht nicht durch die verspätete Abgabe, sondern durch die verspätete Zahlung, und beträgt 1 % des rückständigen Betrags je angefangenem Monat (§ 240 Abs. 1 AO).

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche Beratung im Sinne des § 2 StBerG dar. Für individuelle steuerliche Fragen wende dich bitte an einen zugelassenen Steuerberater.

Welche Software brauche ich für die Steuererklärung?

Die Einkommensteuererklärung wird elektronisch über ELSTER eingereicht. Fin3000 erstellt die Anlage EÜR und die USt-Voranmeldung und überträgt sie per ELSTER; die übrige Einkommensteuererklärung reichst du gegebenenfalls separat ein.

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