ZUGFeRD vs XRechnung: Welches Format brauchst du?
Zwei Formate, ein Ziel: elektronische Rechnungen, die Maschinen lesen können. Aber welches ist das richtige für dich?
Der Kern-Unterschied
| XRechnung | ZUGFeRD | |
|---|---|---|
| Format | Reines XML | PDF + eingebettetes XML |
| Lesbar für Menschen? | Nein (nur mit Viewer) | Ja (PDF-Teil) |
| Standard | EN 16931 | EN 16931 |
| Hauptzielgruppe | Behörden, Großunternehmen | Mittelstand, B2B allgemein |
| Pflicht bei | Öffentlichen Auftraggebern | Frei wählbar im B2B |
XRechnung: Wann du es brauchst
XRechnung ist Pflicht, wenn du an öffentliche Auftraggeber in Deutschland lieferst:
- Bundesbehörden (seit 2020)
- Landesbehörden (je nach Bundesland)
- Kommunen (zunehmend)
- Große Unternehmen, die es verlangen
XRechnung ist ein reines Datenformat — kein PDF, kein Bild. Dein Empfänger verarbeitet es maschinell.
ZUGFeRD: Das Beste aus beiden Welten
ZUGFeRD (Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland) kombiniert:
- Ein PDF/A-3 für Menschen (sieht aus wie eine normale Rechnung)
- Eine XML-Datei im PDF eingebettet (für Maschinen)
Dein Kunde kann die Rechnung öffnen und lesen wie ein normales PDF. Gleichzeitig kann seine Buchhaltungssoftware die Daten automatisch importieren.
ZUGFeRD-Profile
ZUGFeRD gibt es in verschiedenen Profilen mit unterschiedlichem Detailgrad:
- MINIMUM und BASIC-WL — ⚠️ keine E-Rechnung im Sinne des § 14 Abs. 1 S. 6 UStG. Sie enthalten nicht alle Pflichtangaben und gelten nur als Buchungshilfe (BMF-Schreiben vom 15.10.2024)
- Basic — Standard-Rechnungsdaten
- Comfort — Erweiterte Daten (z.B. Zahlungsbedingungen)
- Extended — Vollständige Geschäftsdaten
- XRechnung — ZUGFeRD mit XRechnung-Profil (ja, das geht)
Welches Format wählen?
Du lieferst an Behörden → XRechnung
Öffentliche Auftraggeber verlangen fast immer XRechnung. Keine Diskussion.
Du lieferst an Unternehmen → ZUGFeRD
ZUGFeRD ist die pragmatische Wahl: Dein Kunde kann die Rechnung wie gewohnt als PDF öffnen UND sie automatisch verarbeiten.
Du bist dir unsicher → Frag den Empfänger
Im Zweifel: Frag deinen Kunden, welches Format er bevorzugt. Mit fin3000 kannst du das Format pro Kunde speichern — einmal eingerichtet, nie wieder drüber nachdenken.
Was du aufbewahren musst
Bei einer ZUGFeRD-Rechnung zählt der eingebettete XML-Teil als das Original. Seit der GoBD-Änderung vom 14.07.2025 reicht es, diesen strukturierten Teil aufzubewahren — vorausgesetzt, der sichtbare PDF-Teil enthält keine Angaben, die im XML fehlen. Praktisch heißt das: Wer beides speichert, macht nichts falsch; wer nur das XML speichert, auch nicht.
Achtung bei Zusatzangaben im PDF, die es im XML nicht gibt — etwa handschriftliche Vermerke oder Anlagen. Dann brauchst du beide Teile.
Beide Formate mit fin3000
fin3000 erstellt beide Formate automatisch:
- Format pro Kunde konfigurieren (oder auto-detect nutzen)
- Rechnung ganz normal erstellen
- fin3000 generiert das richtige Format
- Validierung gegen EN 16931 vor dem Versand
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine steuerliche Beratung im Sinne des § 2 StBerG dar. Für individuelle steuerliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Steuerberater.